Am Ende der Unterrichtseinheit zur Romantik und vor der Lehrprobenstunde haben wir noch ein weiteres Lied der Romantik behandelt, diesmal ein anonymes Volks- bzw. Kinderlied aus “Des Knaben Wunderhorn”, von Clemens Brentano und Achim von Arnim aufgeschrieben. Dazu gab es wieder eine Reihe kreativer Aufgaben zu bearbeiten. Hier erstmal das Gedicht:

Das bucklicht Männlein
Will ich in mein Gärtlein gehn,
will mein’ Zwiebeln gießen,
steht ein bucklicht Männlein da,
fängt als an zu niesen.
Will ich in mein Küchel gehn,
will mein Süpplein kochen,
steht ein bucklicht Männlein da,
hat mein Töpflein brochen.
Will ich in mein Stüblein gehn,
will mein Müslein essen,
steht ein bucklicht Männlein da,
hat’s schon halber gessen.
Will ich auf mei’n Boden gehn,
will mein Hölzlein holen,
steht ein bucklicht Männlein da,
hat mir’s halber g’stohlen.

Will ich in mei’n Keller gehn,
will mein Weinlein zapfen,
steht ein bucklicht Männlein da,
tut mir’n Krug wegschnappen.
Setz ich mich ans Rädlein hin,
will mein Fädlein drehen,
steht ein bucklicht Männlein da,
lässt das Rad nicht gehen.
Geh ich in mein Kämmerlein,
will mein Bettlein machen,
steht ein bucklicht Männlein da,
fängt als an zu lachen.
Wenn ich an mein Bänklein knie,
will ein bisschen beten,
steht das bucklicht Männlein da,
fängt als an zu reden:
Liebes Kindlein, ach, ich bitt,
bet fürs bucklicht Männlein mit!
Über die Hintergründe dieses Liedes (das eigentlich gar kein Kinderlied ist), kann man sich hier im Liederlexikon informieren (sehr interessant!). Ein paar Infos zu “Des Knaben Wunderhorn” gibt es bei wikipedia, kaufen kann man’s auch und die Bilder stammen von den Seiten der Universitätsbibliothek Heidelberg.
15. Februar 2009 at 13:13
[...] Ergebnisse | Schlagworte: Gruppenarbeit, Lyrik, Romantik, Wunderhorn | Eine Aufgabe zum Gedicht “Das bucklicht Männlein” war zu erzählen, wie das lyrische Ich im Gedicht nach jeder Strophe reagieren sollte. Hier ist das [...]
15. Februar 2009 at 16:59
[...] Friedrich de la Motte Fouqué, Friedrich Schlegel und Wilhelm Heinrich Wackenroder hat sich zum Gedicht “Das bucklicht Männlein” eigentlich eigene Aufgabenstellungen ausgedacht, jedenfalls kann ich keinen Zusammenhang zur [...]
17. Februar 2009 at 09:47
[...] Romantik, Wunderhorn | E.T.A. Hoffmann und Sophie Mereau haben gemeinsam Radionachrichten zum Gedicht “Das bucklicht Männlein” entworfen, viel Spaß bei der [...]
20. Februar 2009 at 16:44
Wollte jetzt was zur Ausdeutung von Walter Benjamin in seiner “Berliner Kindheit um 1900″ resp. in seinem Kafka-Aufsatz sagen, aber im historisch-kritischen Lexikonartikel ist es ja schon aufgeführt.
10. März 2009 at 10:44
Ich bin gerade mit meinem LK im Computerraum und hatte sogar genug Zeit eingeplant, um die Seiten hier zu lesen und zu kommentieren. Leider lässt der Webfilter die Schüler nicht zu wordperss.com – sehr ärgerlich. Viele Grüße, Thomas
20. Juni 2009 at 22:19
Tolle Arbeit geleistet!