Am Ende der Unterrichtseinheit zur Romantik und vor der Lehrprobenstunde haben wir noch ein weiteres Lied der Romantik behandelt, diesmal ein anonymes Volks- bzw. Kinderlied aus “Des Knaben Wunderhorn”, von Clemens Brentano und Achim von Arnim aufgeschrieben. Dazu gab es wieder eine Reihe kreativer Aufgaben zu bearbeiten. Hier erstmal das Gedicht:

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Das bucklicht Männlein

Will ich in mein Gärtlein gehn,
will mein’ Zwiebeln gießen,
steht ein bucklicht Männlein da,
fängt als an zu niesen.

Will ich in mein Küchel gehn,
will mein Süpplein kochen,
steht ein bucklicht Männlein da,
hat mein Töpflein brochen.

Will ich in mein Stüblein gehn,
will mein Müslein essen,
steht ein bucklicht Männlein da,
hat’s schon halber gessen.

Will ich auf mei’n Boden gehn,
will mein Hölzlein holen,
steht ein bucklicht Männlein da,
hat mir’s halber g’stohlen.

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Will ich in mei’n Keller gehn,
will mein Weinlein zapfen,
steht ein bucklicht Männlein da,
tut mir’n Krug wegschnappen.

Setz ich mich ans Rädlein hin,
will mein Fädlein drehen,
steht ein bucklicht Männlein da,
lässt das Rad nicht gehen.

Geh ich in mein Kämmerlein,
will mein Bettlein machen,
steht ein bucklicht Männlein da,
fängt als an zu lachen.

Wenn ich an mein Bänklein knie,
will ein bisschen beten,
steht das bucklicht Männlein da,
fängt als an zu reden:

Liebes Kindlein, ach, ich bitt,
bet fürs bucklicht Männlein mit!

 

Über die Hintergründe dieses Liedes (das eigentlich gar kein Kinderlied ist), kann man sich hier im Liederlexikon informieren (sehr interessant!). Ein paar Infos zu “Des Knaben Wunderhorn” gibt es bei wikipedia, kaufen kann man’s auch und die Bilder stammen von den Seiten der Universitätsbibliothek Heidelberg.

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