Heute im Unterricht haben wir ein bisschen über die spontanen Assoziationen zum Begriff Romantik gesprochen, die ich ja in der wordle-Wolke veranschaulicht hatte. Danach ging es dann um die „tatsächlichen“ Themen und Motive der Romantik. Dazu habe ich wiederum Überschriften und Schlüsselbegriffe aus der romantischen Lyrik bei wordle.net eingegeben. Diesmal habe ich die Farbkombination „Blue Chill“ gewählt, denn über die Bedeutung der Farbe Blau für die Romantik wurde ja auch schon gesprochen. Das Ergebnis sieht so aus:

motive_wordle2

Im Vergleich zu den eigenen Assoziationen fiel natürlich sofort ins Auge, dass sich hier Begriffe wie „Jammer“, „Leiden“, „Gram“, „Grauen“, „Verzweiflung“ oder gar „Tod“ und „Grab“ finden. Auch das Auftauchen der Worte „Gott“ und „Religion“ kann verwundern, ebenso wie das „Unbekannte“ und die „Unendlichkeit“. Hier erlebt man eben nicht „gemeinsam“, sondern es geht um „Einsamkeit“. Insgesamt ergibt sich also ein deutlich düstereres Bild, wozu die farbliche Gestaltung jetzt ja auch passt.

Gemeinsamkeiten mit den eigenen Assoziationen gibt es aber natürlich auch: Mond, Sterne, Herz, Lieben, Natur u.Ä. kamen ja so ähnlich vor. Die „dunkle Seite“ der Romantik ist in unserem heutigen Verständnis des Begriffs „Romantik“ allerdings beinahe weggefallen.

Rüdiger Safranski schreibt in seinem Buch „Romantik – Eine deutsche Affäre“ (S.13), dass die beste Definition des Romantischen immer noch die von Novalis sei. Novalis schrieb: Indem ich dem Gemeinen einen hohen Sinn, dem Gewöhnlichen ein geheimnisvolles Ansehn, dem Bekannten die Würde des Unbekannten, dem Endlichen einen unendlichen Schein gebe, so romantisiere ich es.