Eine dritte Gruppe übernahm die Aufgabe sich auszudenken, wie das Leben des lyrischen Ichs nach Ludwigs Tiecks Gedicht „Melancholie“ wohl weitergeht. Zur Gruppe gehörten Adelbert von Chamisso, Dorothea Schlegel und Friedrich Schlegel, die sich für ein „Happy End“ entschieden haben. Aber lest und hört selbst, was Adelbert von Chamisso hier vorträgt:

….Doch eines finsteren Abends spazierte ich durch die kalten, engen Gassen. Ich fühlte, wie mich die Dunkelheit verschlang. Niemals war die Sehnsucht nach Erlösung so stark wie in jenem Augenblick meines trostlosen Daseins.

Umgeben von der stillen Ruh´ erfasste mich ein noch nie empfundenes Gefühl. Was mag es sein? Wo kommt es her? Von weiten sah ich ein Licht erstrahlen und das Antlitz eines zauberhaften Wesens trat mir entgegen. Geblendet von ihrer Schönheit, schimmerte plötzlich Hoffnung von weitem in mein Elende. Je mehr ich mich näherte umso wärmer wurde es in meinem Innersten. Aus ewiger Finsternis wurde Glück. Der Fluss der Einsamkeit reißt die Trauer und das Leid meiner Seele hinweg.

Mein wonniges Herz spürt die Unendlichkeit der Liebe. Diese Vertrautheit habe ich noch nie zuvor gespürt….

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