Am Ende der Unterrichtseinheit zur Romantik und vor der Lehrprobenstunde haben wir noch ein weiteres Lied der Romantik behandelt, diesmal ein anonymes Volks- bzw. Kinderlied aus „Des Knaben Wunderhorn“, von Clemens Brentano und Achim von Arnim aufgeschrieben. Dazu gab es wieder eine Reihe kreativer Aufgaben zu bearbeiten. Hier erstmal das Gedicht:

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Das bucklicht Männlein

Will ich in mein Gärtlein gehn,
will mein‘ Zwiebeln gießen,
steht ein bucklicht Männlein da,
fängt als an zu niesen.

Will ich in mein Küchel gehn,
will mein Süpplein kochen,
steht ein bucklicht Männlein da,
hat mein Töpflein brochen.

Will ich in mein Stüblein gehn,
will mein Müslein essen,
steht ein bucklicht Männlein da,
hat’s schon halber gessen.

Will ich auf mei’n Boden gehn,
will mein Hölzlein holen,
steht ein bucklicht Männlein da,
hat mir’s halber g’stohlen.

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Will ich in mei’n Keller gehn,
will mein Weinlein zapfen,
steht ein bucklicht Männlein da,
tut mir’n Krug wegschnappen.

Setz ich mich ans Rädlein hin,
will mein Fädlein drehen,
steht ein bucklicht Männlein da,
lässt das Rad nicht gehen.

Geh ich in mein Kämmerlein,
will mein Bettlein machen,
steht ein bucklicht Männlein da,
fängt als an zu lachen.

Wenn ich an mein Bänklein knie,
will ein bisschen beten,
steht das bucklicht Männlein da,
fängt als an zu reden:

Liebes Kindlein, ach, ich bitt,
bet fürs bucklicht Männlein mit!

 

Über die Hintergründe dieses Liedes (das eigentlich gar kein Kinderlied ist), kann man sich hier im Liederlexikon informieren (sehr interessant!). Ein paar Infos zu „Des Knaben Wunderhorn“ gibt es bei wikipedia, kaufen kann man’s auch und die Bilder stammen von den Seiten der Universitätsbibliothek Heidelberg.

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Anmerkung der Redaktion: dies ist das sechzehnte Ergebnis zu dieser Aufgabe, Autor ist natürlich Clemens Brentano selbst. Viel Vergnügen bei der Lektüre und danke an Herrn Brentano!

brentano2Geboren.. …als : Drittes von 12 Kindern
                                 (einige starben früh)
                     …am : 09.09.1778
                     …in : Ehrenbreitstein

Geschlecht : Männlich

Sein Dialekt: rheinländisch

Sternzeichen: Jungfrau

Sexuelle Orientierung: Heterosexuell

Konfession : Katholisch → wendet sich von katholischer Kirche ab, später wieder zu

So hat er gewohnt: immer auf Wanderschaft, seit seiner Kindheit

Hier ist er gewesen: Koblenz (Jesuitengymnasium, Tante), Frankfurt (Eltern), Mannheim, Bonn (Studium), auf dem Boxberg bei Heidelberg, Jena (Zentrum der Romantik), Dresden, Prag, …

Ausbildung: Studium der Bergwissenschaft, Lehrling zum Geschäftsmann im Handelshaus seines Vaters, Medizin

Seine Hobbies: Musik, Theater spielen, Lesen ( Märchen! ), Reisen

Was er nicht mag: Wissenschaft, Philosophie

Seine große Liebe: Sophie Mereau: lernen sich 1798 kennen, weist Clemens mehrere Male ab, heiraten schließlich 1803, führen eine unglückliche Ehe, nach 2 Fehlgeburten stirbt Sophie bei der Geburt des 3. Kindes mit dem Kind zusammen
Luise Hensel (1817: lehnt Heiratsantrag ab → Freundschaft)

Ehefrauen: Sophie Mereau; Auguste Busmann (1807: unbedacht geschlossene Ehe → unglücklich, 1809: Trennung, schließlich Scheidung)

Gestorben: 28.07.1842

brentano

philister

Heute haben wir im Unterricht unter anderem zwei Texte von Novalis und Clemens Brentano über die „Philister“ und deren Eigenschaften gelesen. Den Text von Brentano kann man hier nachlesen, den Text von Novalis und andere Äußerungen zu den Philistern findet man hier. Brentano hat übrigens auch noch einen sehr schönen Text zu den Philistern geschrieben, in dem es u.a. heißt: „Nie sind sie berauscht gewesen, ohne zu trinken, und dann immer sehr besoffen“. Und in der wikipedia gibt es natürlich auch wieder eine Definition.

Das Bild des Philisters, das wir heute angesehen haben, stammt von der Seite zum.de. Ist Ihnen die Darstellung inzwischen klarer? Warum hat der Philister Regenschirm und Taschentuch dabei?

Unsere im Unterricht entworfenen Mindmap aus den Schlüsselbegriffen der beiden Texte möchte ich noch in eine wordle-Wolke umsetzen, die den Charakter des Philisters nochmals verdeutlicht. Deshalb ist sie auch in Grau- und Schwarztönen gehalten, das scheint mir am besten zum Leben des Philisters zu passen:
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