Anmerkung der Redaktion: dies ist das siebzehnte Ergebnis zu dieser Aufgabe, Autor ist natürlich Novalis selbst. Viel Vergnügen bei der Lektüre und danke an Herrn Novalis!

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Reporter: Schön dass sie Zeit gefunden haben Herr Hardenberg, oder sollte ich besser sagen Herr Novalis?

Novalis: Ich veröffentliche meine Werke gerne unter diesem Pseudonym, was dazu geführt hat, dass ich immer nur  mit  meinem Künstlernamen angesprochen werde. Sie können mich also  ruhig Novalis nennen.

Reporter: Wie kamen sie auf diesen Namen?

Novalis: Der Name entsprang  aus einem älteren Familienzweig und bedeutet latinisiert so viel wie „die Neuland roden“. Ich selbst sehe mich als jemanden der gerne Schranken bricht und neuen Boden als erster betritt. Vielleicht werde ich deshalb als eine Art Pionier der Frühromantik gesehen.

Reporter:  Der Name fördert wohl auch die Vermarktung ihrer Werke!

Novalis: Ich gebe zu, dass es durchaus von Vorteil sein kann einen Künstlernamen zu besitzen, jedoch muss sich ein solcher auch behaupten.

Reporter: Bei ihnen scheint dieses Konzept jedenfalls zu funktionieren, seit der Veröffentlichung  ihres bedeutenden Werkes  „Blütenstaub“ in der Zeitschrift „Athenaeum“ ist ihr Name vielen ein Begriff.  

Novalis: Ich will ja keine Werbung machen, aber die Euphorie zeigt doch, dass es mir gut gelungen ist.

Reporter: Als müssten sie sich um Verkaufszahlen  Sorgen machen.

Novalis (lachend): Bitte verstehen sie mich nicht falsch. Ich wollte damit nur andeuten, dass  die Frühromantik in der Gesellschaft präsent ist.

Reporter: Besonders bei jüngeren Generationen scheinen sie gut anzukommen und dass obwohl sie einen vorbildlichen Lebenslauf hinter sich haben und somit nicht in das typische Raster der Jugend passen.  Sie wurden am 2. Mai 1772 geboren.  Sie stammen  zudem aus einem wohlhabenden, adligen Elternhaus, studierten Jura (Abschluss mit bestem Examen) und sie arbeiteten unter anderem schon mit Größen wie Goethe oder Schiller. Neben ihrer Berufung Schriftsteller sind sie auch Bergbauingenieur. Wie kommt es also dass gerade sie einen Ruf als Schwärmer mit Todessehnsucht  genießen?

Novalis: Nun da kann ich nur sagen:

„Das größte Rätsel ist der Mensch sich selbst“ (Zitat -Novalis) 

Das liegt wahrscheinlich daran, dass meine ehemalige Verlobte Sophie von Kühn mit 15 Jahren verstarb… ihr Tod hat mich schwer bewegt und hatte konsequenterweise Einfluss auf meine Schriften insbesondere in „Hymnen an die Nacht“…  dass war übrigens die Idee meines Psychologen. Er half mir diesen schreckliche Vorfall zu verarbeiten.

Reporter: Sie waren in psychologischer Betreuung?

Novalis: Ja! Aber das ist eine andere Geschichte. Ich übertrieb es mit meiner Todessehnsucht und hatte starke Depressionen. Zum Glück hab ich mich wieder gefangen, was auch mit meiner wunderbaren Frau zu tun hat.

Reporter:  Sagen sie uns noch am Ende des Interviews was wir künftig von ihnen hören werden?

Novalis: Wenn ich nicht so eine anstrengende Lebenseinstellung hätte, würde ich wahrscheinlich länger leben. Manche Leute vergleichen mich mit einem Rockstar, wobei sie wissen müssen dass die besten Rocklegenden  nicht über 30 Jahre alt wurden. Solange es meine Gesundheit zulässt werde ich schreiben.

novalis

Quellen: wikipedia,  whoswho.de, gutenberg

philister

Heute haben wir im Unterricht unter anderem zwei Texte von Novalis und Clemens Brentano über die „Philister“ und deren Eigenschaften gelesen. Den Text von Brentano kann man hier nachlesen, den Text von Novalis und andere Äußerungen zu den Philistern findet man hier. Brentano hat übrigens auch noch einen sehr schönen Text zu den Philistern geschrieben, in dem es u.a. heißt: „Nie sind sie berauscht gewesen, ohne zu trinken, und dann immer sehr besoffen“. Und in der wikipedia gibt es natürlich auch wieder eine Definition.

Das Bild des Philisters, das wir heute angesehen haben, stammt von der Seite zum.de. Ist Ihnen die Darstellung inzwischen klarer? Warum hat der Philister Regenschirm und Taschentuch dabei?

Unsere im Unterricht entworfenen Mindmap aus den Schlüsselbegriffen der beiden Texte möchte ich noch in eine wordle-Wolke umsetzen, die den Charakter des Philisters nochmals verdeutlicht. Deshalb ist sie auch in Grau- und Schwarztönen gehalten, das scheint mir am besten zum Leben des Philisters zu passen:
philister2

Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren
Sind Schlüssel aller Kreaturen,
Wenn die, so singen oder küssen,
Mehr als die Tiefgelehrten wissen,
Wenn sich die Welt ins freie Leben
Und in die Welt wird zurückbegeben,
Wenn dann sich wieder Licht und Schatten
Zu echter Klarheit wieder gatten,
Und man in Märchen und Gedichten
Erkennt die ew‘gen Weltgeschichten,
Dann fliegt vor einem geheimen Wort
Das ganze verkehrte Wesen fort.

Heute hatten wir im Unterricht also ein weiteres programmatisches Gedicht der Romantik, diesmal von Novalis. Falls Sie sich dazu noch äußern möchten und einen weiteren Vergleich mit Eichendorffs „Wünschelrute“ ziehen mögen, tun Sie das gerne in den Kommentaren! Wie gefällt Ihnen das Gedicht eigentlich? Hat Novalis Recht mit seiner Aussage?

Mehr Informationen zum Gedicht bei wikipedia oder hier.