Anmerkung der Redaktion: dies ist das achzehnte Ergebnis zu dieser Aufgabe, Autor ist natürlich Wilhelm Hauff selbst. Viel Vergnügen bei der Lektüre und danke an Herrn Hauff!

hauffReporter: Hallo Herr Hauff, wie geht es Ihnen?

Hauff: Gut, danke.

Reporter: Lassen sie uns über Ihren berühmten Vorfahren Wilhelm reden?

Hauff: Nun gut, so genau weiß ich da auch nicht bescheid aber einiges kann ich sicherlich    erzählen.

Reporter: Was wissen sie denn über seine Kindheit und Jugend?

Hauff: Also, er wurde im November 1802 in Stuttgart geboren, bereits 1809 starb sein Vater und die Mutter musste mit den vier Kindern zu ihrem Vater nach Tübingen ziehen. Dort besuchte er dann das Gymnasium sowie später dann eine Klosterschule. Danach studierte er Theologie, dies wurde nämlich vom Staat finanziert.

Reporter: Und dann, womit verdiente er dann sein Geld?

Hauff: Er war dann bei einem Freiherrn in Stuttgart Hauslehrer, danach reiste er durch Frankreich und Norddeutschland. Soweit ich weiß veröffentlichte er dann einen Roman unter falschen Namen, um mehr Aufsehen zu erlangen und höhere Preise verlangen zu können. Dieser verkaufte sich dann glänzend und Wilhelm wurde bekannt. Ab 1827 war er dann  Redakteur bei einem Morgenblatt für gebildete Stände.

Reporter: Sie wissen ja doch einiges über ihn, wie sah es denn in seinem Privatleben aus?

Hauff: 1827 heiratete er seine Cousine Luise Hauff, gemeinsam bekamen die beiden dann ein Kind welches am 10. November geboren wurde.

Reporter: Doch dann geschah etwas Unerwartetes.

Hauff: Ja, auf einer Reise durch Tirol erkrankte er an Nervenfieber woraufhin er am 18. November, also nur acht Tage nach der Geburt seines Kindes starb.

Reporter: Jetzt wissen wir einiges über sein Leben aber wie sah es denn mit der Literatur aus?

Hauff: Wie schon gesagt, angefangen hat ja alles mit der Veröffentlichung des Buches „Der Mann im Mond oder der Zug des Herzens ist des Schicksals Stimme“ unter falschen Namen. Natürlich gab es davor auch schon einige Novellen von ihm, aber von nun an war bekannt. 1826 entstanden dann die Erzählungen „Othello“ und „Die Sängerin“, daneben sein historischer Roman „Lichtenstein“, welcher ja neben seinen Märchen das bekannteste Werk von ihm war.

Reporter: Ihm war ja nur ein kurzes Leben beschieden, was macht ihn denn unsterblich?

Hauff: Erstens wurden seine berühmten Märchen mehrmals verfilmt und zweitens gibt es noch solche Sachen wie den Wilhelm-Hauff-Preis zur Förderung von Kinder- und Jugendliteratur, der zu seinem Gedenken gestiftet wurde.

Reporter: Danke für dieses Interview, auf Wiedersehen.

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Anmerkung der Redaktion: dies ist das siebzehnte Ergebnis zu dieser Aufgabe, Autor ist natürlich Novalis selbst. Viel Vergnügen bei der Lektüre und danke an Herrn Novalis!

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Reporter: Schön dass sie Zeit gefunden haben Herr Hardenberg, oder sollte ich besser sagen Herr Novalis?

Novalis: Ich veröffentliche meine Werke gerne unter diesem Pseudonym, was dazu geführt hat, dass ich immer nur  mit  meinem Künstlernamen angesprochen werde. Sie können mich also  ruhig Novalis nennen.

Reporter: Wie kamen sie auf diesen Namen?

Novalis: Der Name entsprang  aus einem älteren Familienzweig und bedeutet latinisiert so viel wie „die Neuland roden“. Ich selbst sehe mich als jemanden der gerne Schranken bricht und neuen Boden als erster betritt. Vielleicht werde ich deshalb als eine Art Pionier der Frühromantik gesehen.

Reporter:  Der Name fördert wohl auch die Vermarktung ihrer Werke!

Novalis: Ich gebe zu, dass es durchaus von Vorteil sein kann einen Künstlernamen zu besitzen, jedoch muss sich ein solcher auch behaupten.

Reporter: Bei ihnen scheint dieses Konzept jedenfalls zu funktionieren, seit der Veröffentlichung  ihres bedeutenden Werkes  „Blütenstaub“ in der Zeitschrift „Athenaeum“ ist ihr Name vielen ein Begriff.  

Novalis: Ich will ja keine Werbung machen, aber die Euphorie zeigt doch, dass es mir gut gelungen ist.

Reporter: Als müssten sie sich um Verkaufszahlen  Sorgen machen.

Novalis (lachend): Bitte verstehen sie mich nicht falsch. Ich wollte damit nur andeuten, dass  die Frühromantik in der Gesellschaft präsent ist.

Reporter: Besonders bei jüngeren Generationen scheinen sie gut anzukommen und dass obwohl sie einen vorbildlichen Lebenslauf hinter sich haben und somit nicht in das typische Raster der Jugend passen.  Sie wurden am 2. Mai 1772 geboren.  Sie stammen  zudem aus einem wohlhabenden, adligen Elternhaus, studierten Jura (Abschluss mit bestem Examen) und sie arbeiteten unter anderem schon mit Größen wie Goethe oder Schiller. Neben ihrer Berufung Schriftsteller sind sie auch Bergbauingenieur. Wie kommt es also dass gerade sie einen Ruf als Schwärmer mit Todessehnsucht  genießen?

Novalis: Nun da kann ich nur sagen:

„Das größte Rätsel ist der Mensch sich selbst“ (Zitat -Novalis) 

Das liegt wahrscheinlich daran, dass meine ehemalige Verlobte Sophie von Kühn mit 15 Jahren verstarb… ihr Tod hat mich schwer bewegt und hatte konsequenterweise Einfluss auf meine Schriften insbesondere in „Hymnen an die Nacht“…  dass war übrigens die Idee meines Psychologen. Er half mir diesen schreckliche Vorfall zu verarbeiten.

Reporter: Sie waren in psychologischer Betreuung?

Novalis: Ja! Aber das ist eine andere Geschichte. Ich übertrieb es mit meiner Todessehnsucht und hatte starke Depressionen. Zum Glück hab ich mich wieder gefangen, was auch mit meiner wunderbaren Frau zu tun hat.

Reporter:  Sagen sie uns noch am Ende des Interviews was wir künftig von ihnen hören werden?

Novalis: Wenn ich nicht so eine anstrengende Lebenseinstellung hätte, würde ich wahrscheinlich länger leben. Manche Leute vergleichen mich mit einem Rockstar, wobei sie wissen müssen dass die besten Rocklegenden  nicht über 30 Jahre alt wurden. Solange es meine Gesundheit zulässt werde ich schreiben.

novalis

Quellen: wikipedia,  whoswho.de, gutenberg

Anmerkung der Redaktion: dies ist das sechzehnte Ergebnis zu dieser Aufgabe, Autor ist natürlich Clemens Brentano selbst. Viel Vergnügen bei der Lektüre und danke an Herrn Brentano!

brentano2Geboren.. …als : Drittes von 12 Kindern
                                 (einige starben früh)
                     …am : 09.09.1778
                     …in : Ehrenbreitstein

Geschlecht : Männlich

Sein Dialekt: rheinländisch

Sternzeichen: Jungfrau

Sexuelle Orientierung: Heterosexuell

Konfession : Katholisch → wendet sich von katholischer Kirche ab, später wieder zu

So hat er gewohnt: immer auf Wanderschaft, seit seiner Kindheit

Hier ist er gewesen: Koblenz (Jesuitengymnasium, Tante), Frankfurt (Eltern), Mannheim, Bonn (Studium), auf dem Boxberg bei Heidelberg, Jena (Zentrum der Romantik), Dresden, Prag, …

Ausbildung: Studium der Bergwissenschaft, Lehrling zum Geschäftsmann im Handelshaus seines Vaters, Medizin

Seine Hobbies: Musik, Theater spielen, Lesen ( Märchen! ), Reisen

Was er nicht mag: Wissenschaft, Philosophie

Seine große Liebe: Sophie Mereau: lernen sich 1798 kennen, weist Clemens mehrere Male ab, heiraten schließlich 1803, führen eine unglückliche Ehe, nach 2 Fehlgeburten stirbt Sophie bei der Geburt des 3. Kindes mit dem Kind zusammen
Luise Hensel (1817: lehnt Heiratsantrag ab → Freundschaft)

Ehefrauen: Sophie Mereau; Auguste Busmann (1807: unbedacht geschlossene Ehe → unglücklich, 1809: Trennung, schließlich Scheidung)

Gestorben: 28.07.1842

brentano

Anmerkung der Redaktion: dies ist das fünfzehnte Ergebnis zu dieser Aufgabe, Autor ist natürlich Wilhelm Heinrich Wackenroder selbst. Viel Vergnügen bei der Lektüre und danke an Herrn Wackenroder!


wackenroWilhelm Heinrich Wackenroder
Friedhof der Jerusalemer und Neuen Kirche I
Mehringdamm Abt. A (Grab nicht mehr vorhanden)
Berlin

 

Romantische Schule
frau_presser
Schlierseestrasse 20
80000 Berlin


Bewerbung auf Ihre Stellenanzeige im Arbeitsheft für Berliner Schulen „Berufswahl 1796″ vom 22.Januar 1797

Berlin, 30. Januar 1797

Sehr geehrte frau_presser,

mit besonderem Interesse habe ich im Arbeitsheft für Berliner Schulen „Berufswahl 1796″ gelesen, dass sie einen professionellen Schriftsteller für Ihre „ Ausstellung über die Romantik“ suchen.

Als Sohn des ersten Berliner Justizbürgermeisters geboren und in einem streng preußischen und pietisstischen Elternhaus aufgewachsen, studierte ich in Erlangen Jura. Somit kenne ich mich neben der Romantik, auch in diesen bereichen sehr gut aus. Derzeit schreibe ich gemeinsam mit meinem freund Ludwig Tieck noch an den „Phantasien über die Kunst“. Außerdem konnte ich durch meine vielen Reisen, mit meinem ständigen Begleiter Ludwig Tieck, durch Franken, dessen Kunstschätze und Bauwerke großen Eindruck auf mich machten, großes Wissen sammeln. Durch weitere Reisen, die mich durch die Welt der italienischen kunst führten, konnte ich mein Wissen noch mehr erweitern, was mich auch schließlich dazu verleitete die „Herzensergießungen eines kunstliebenden Klosterbruders“ niederzuschreiben.

Gerne würde ich bald von Ihnen hören und persönlich mit Ihnen sprechen.

Mit freundlichen Grüßen

 


Quellen: gbbb-berlin, wikipedia, gutenberg

Anmerkung der Redaktion: dies ist das vierzehnte Ergebnis zu dieser Aufgabe, Autor ist natürlich E.T.A. Hoffmann selbst, der hier irgendwo zwischen Rap und moderner Lyrik dichtet. Viel Vergnügen bei der Lektüre und danke an Herrn Hoffmann!

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Siebzehnhundertsechsundsiebzig
Eta Hoffmann wird geboren
Sohn von Christoph Ludwig

Zwei Jahre später- die Ollen lassen sich scheiden
Eta zieht mit Mommy weg
Um den Macker zu meiden

Eta studiert Jura
Auf Daddys Wunsch
Eta findets scheiße
Und trinkt deshalb Punsch

Dirigent, Musiker, Komponist
Musik ist sein Leben
Eta bleibt ein Optimist

Und von Mozart der coolen Sau
Leiht er sich den Namen, gar nicht schlau
Und so heißt er nun Amadeus, dieser Schelm
Statt seinem bürgerlichen Namen Wilhelm

Schreiber, Schriftsteller, Literat
Eta lässt sich nicht dissen
Literatur macht ihn fanat

Versetzt, entlassen, angezeigt
Die Politik hasst ihn
Eta ist zum kämpfen bereit

Schmerzen, Lähmung, Rückenmark
Juni 1822
Eta endet im Sarg

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Quellen: wikipedia, gutenberg

Anmerkung der Redaktion: dies ist das zwölfte Ergebnis zu dieser Aufgabe, Autorin ist natürlich Bettina von Arnim selbst. Viel Vergnügen bei der Lektüre und danke an Frau von Arnim!

Anlässlich des 150. Todestages von Bettina von Arnim wollen wir ihr, einer bedeutenden Romantikerin, gedenken. Bettina von Arnim hatte bereits zu Lebzeiten relativ großes Ansehen, so dass auch ihr Werdegang für die „Romantische Schule(n)“ interessant war und noch immer ist. Die Beschreibung ihres Lebens könnte sich in etwa so zugetragen haben:

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Am 4. April 1785 wurde ich als Tochter des Kaufmanns Peter Anton Brentano und Maximiliane Brentanos (geb. La Roche) in Frankfurt/Main geboren, aber gute Freunde nennen mich auch Bettine. Als siebtes von zwölf Kindern können Sie sich bestimmt vorstellen, dass es daheim immer viel zu lachen und viele Streiche gab, egal ob mit den Kleinen oder mit den Großen. Jedoch am engsten fühlte ich mich mit meinem Bruder Clemens (von meinen Geschwistern) verbunden, der auf meine Entwicklung sowie auf mein späteres Leben sehr großen Einfluss hatte! Aber dazu später mehr.

Nachdem meine Eltern verstorben sind, nahm mich meine herzallerliebste Großmutter Sophie von La Roche bei sich auf. Sie hatte mir ermöglicht Privatunterricht im Zeichnen, der Kompositionslehre und Latein genießen zu dürfen und hielt Kontakt mit vielen bewundernswerten Literaten. So kam es eines Tages, dass ich die Haustür öffnete, mir ein Unbekannter gegenüberstand, meine Hand küsste und ich ihn kurzerhand ohrfeigte. Damals wusste ich nicht, dass es Gottfried Herder war, wie beschämend, aber sie hätten sein Gesicht sehen sollen: Er verzog keine Miene und stellte nur fest, dass ich hoffentlich weiterhin so selbstbewusst sei wie jetzt. Zu ihm schaute ich auf;

überdies fand ich im Haus meiner Großmutter Briefe von Johann Wolfgang von Goethe, in denen alles darauf hindeutete, dass der liebe Goethe mit meiner Großmama liebäugelte. Kurzerhand wollte ich der Sache auf den Grund gehen und nahm sofort Kontakt mit Goethes Mutter und später auch mit ihm selbst auf. Leider waren Goethes Briefe rar und meist nur kurz. Dennoch blieb unsere Freundschaft aufrecht, bis seine Frau Christine unserer Band tiefer Verbundenheit durchtrennte.

Ebenso fasziniert wie von Goethe war ich von der fünf Jahre älteren Karoline von Günderode, die mich lange Stunden meines Lebens als eine recht gute Freundin begleitete und mir zur Seite stand. Während meiner „romantischen“ Zeit, oder wie man das auch immer neudeutsch ausdrückt, tauschte ich mich berühmten Personen, wie Ludwig Tieck (den haben Sie doch auch nach seiner Lebensgeschichte gefragt, nicht wahr?) oder den Gebrüdern Grimm aus, die mich in literarischer Weise inspirierten.

Allerdings muss ich Ihnen gestehen, dass ich immer schon anders war als die anderen, die der Etikette folgten, sich an alle Regeln hielten. Ich war der Meinung auch als Frau, oder gerade als Frau solle man selbstständig sein, sich selbst erforschen und erfahren, durchaus Kontra bieten und seine Lebensträume verwirklichen. In meiner Kindheit war mein größter Traum „Wolkenschwimmer“ zu werden, was meine Großmutter nur mit typisch Bettine kommentierte. Außerdem war ich mit 25 Jahren noch immer nicht das „Weib hinter dem Herd“, wie es eigentlich Brauch war, so früh wie möglich zu heiraten. Schließlich nahm mich mein Bruder Clemens zu seinen Lesetreffen mit und stellte mir Achim von Arnim, einen seiner Freunde vor, der schon bald großes Interesse an mir bekundete, ich mich aber noch gegen die Vorstellung eines braven „Hausmütterchens“ und einer philisterhaften Zukunft wehrte!

Im nachhinein betrachtet mag unsere heimliche Hochzeit 1811 überstürzt scheinen, aber unsere Gefühle sandten uns in die richtige Richtung, nämlich in eine Art Zauber. Um es bei einem Geheimnis oder Zauber zu belassen, konnten wir uns nur in Anwesenheit eines betagten Priesters die ewige Treue schwören, ohne Verwandte oder Bekannte. Dem entsprechend war unsere Hochzeitsnacht äußerst abenteuerlich: Dadurch dass niemand von unserem ewigen Bund wusste, musste sich Achim heimlich in mein Zimmer schleichen, das ich mit wohlriechenden, farbigen Blüten schmückte. Fast hätten ihn meine Schwester Gunda oder mein Schwager auf dem Weg in mein Gemach entdeckt. Welchen Aufruhr das gegeben hätte, können Sie sich heute wahrscheinlich gar nicht mehr vorstellen! Wobei wir nach einigen Tagen unsere Vereinigung eröffneten und der Zauber wohl dadurch entzaubert wurde.

Bereits nach kurzer Zeit holte mich all dies spießbürgerliche Leben ein, in welches ich mich als junge Dame nie hineindrängen lassen wollte! Achim und ich zogen sieben Kinder auf, wobei diese Aufgabe eher die meine war. Denn wenn die Kinder krank waren, war ich es, die sich um sie kümmerte, weil er die meiste Zeit unserer 20-jährigen Ehe auf dem Gut Wiepersdorf verbrachte. Meine Arme und Beine müde, die Augen voll schlaf, die Kehle voll Wiegenlieder, wurde ich selbst zum Kind, das sich erstaunt wunderte, in dieser Welt zu sein! Erst 1831 als mein dennoch geliebter Gatte plötzlich verstarb, konnte ich mich wieder meinem „alten“ Leben widmen, nämlich der Literatur. Ich beteiligte mich an der Pflege von Choleraerkrankten, setzte mich für unterdrückte Randgruppen, wie Juden oder allgemein den Frauen, ein und äußerte meine Haltung aus politischer Sicht

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Anmerkung der Redaktion: Kurz nach Entstehung dieser Aufzeichnungen ist Bettina von Arnim am 20. Januar 1859 in Berlin gestorben, nachdem sie fünf Jahre zuvor einen Schlaganfall erlitt, von dem sie sich nicht mehr erholte.

Den meisten wird sie sicherlich noch als Gesicht des hellgrünen 5-Mark Scheines bekannt sein. Heute gibt es den sog. Bettina-von-Arnim-Preis bzw. Oberschulen mit ihrem Namen, und die Bettina-von-Arnim-Gesellschaft, gegründet zu ihrem 200. Geburtstag, was ihre literarische Bedeutung hervorhebt.

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Quellen: dichterinnen, gutenberg, vonarnim, wikipedia

Anmerkung der Redaktion: dies ist das elfte Ergebnis zu dieser Aufgabe, Autor ist natürlich Wilhelm Müller selbst, der hier interviewt wird. Viel Vergnügen bei der Lektüre und danke an Herrn Müller! Noch ein Hinweis: selbstverständlich hat dieses Interview mit der „echten“ Zeitschrift „Bunte“ nichts zu tun!

mullerDieses einmalige Interview entstand am 1. Juli 1824 während eines Musikfestes zur „Säcularfeier“ Kloppstocks in Quedlinburg.

Blaublümchen: Grüß Gott Herr Müller. Im Namen meiner Leserinnen bedanke ich mich ganz herzlich bei Ihnen, dass Sie trotz Ihres vollen Terminkalenders Zeit genommen haben, um uns ein paar Fragen zu beantworten.

Wilhelm Müller: Ach, nicht der Rede Wert! Schießen sie los! Her mit den Fragen!

Blaublümchen: Fangen wir doch mal ganz von vorne an. Erzählen Sie etwas von Ihrer Kindheit!

Wilhelm Müller: Also geboren bin ich am 7. Oktober 1794 in Dessau (grinst: Mein Geburtsort ist ja ein richtiger Wallfahrtsort geworden.) Mein Vater ist Christian Leopold Müller, Schneider und meine geliebte Mutter Marie Leopoldine, geborene Cellarius, Hausfrau. Ich bin Einzelkind, da all meine sechs Geschwister schon ziemlich früh von der Welt geschieden sind. Mit 14 Jahren verlor ich auch meine Mutter. Mein Vater, der durch längere Krankheit immer wieder in Finanznot steckte, heiratete schon kurz darauf meine reiche Stiefmutter Marie Seelmann.

Blaublümchen: Wo und was haben Sie auf der Uni studiert?

Wilhelm Müller: Nach dem Schulbesuch in Dessau widmete ich mich 1812 dem Studium der Philosophie und Historik in Berlin.

Blaublümchen: Sie sollen angeblich eine „kriegerische“ Seite haben. Wie können wir das verstehen?

Wilhelm Müller: Jawohl! Im Februar 1813 trat ich als Freiwilliger der preußischen Armee bei und nahm an den Befreiungskriegen gegen Napoleon teil und wurde 1814 zum Leutnant ernannt. Ich hatte schon immer einen ausgesprochenen Freiheitsdrang, welcher sich auch in den meisten meiner Werke wiederfinden lässt.

Blaublümchen: Ist das auch der Grund warum Sie sich für den Unabhängigkeitskrieg der Griechen gegen die türkische Besatzung einsetzten?

Wilhelm Müller: Klaro, schließlich kennt man mich auch als den „Griechen-Müller“ und das obwohl ich noch gar nicht in Griechenland war. Na ja, trotzdem Pech für die Griechen, der Döner schmeckt besser als der Gyros!! hihi

Blaublümchen (lacht): Was haben Sie anschließend gemacht?

Wilhelm Müller: Nun ja, ab 1816 besuchte ich Literatur- und Künstlerkreise in Berlin und lernte dort meine Epochen-Kollegen Gustav Schwab, Achim von Arnim, Clemens Brentano und Ludwig Tieck kennen. 1817/1818 unternahm ich eine Bildungsreise nach Italien. Im darauffolgenden Jahr ging ich als Gymnasiallehrer für Latein und Griechisch nach Dessau. Bald darauf wurde ich vom regierenden Herzog zum Bibliothekar der Hofbibliothek, 1824 zum Hofrat ernannt.

Blaublümchen: Es wird gemunkelt sie seien unglücklich in die Dichterin Luise Hensel verliebt gewesen? Wie viel Wahrheit steckt dahinter?

Wilhelm Müller: Das auch Journalisten immer wieder alte Wunden aufdecken müssen! Mein Management hat dies bezüglich eine Presseerklärung abgegeben. Sie finden sie auch auf meinem Web-Blog!

Blaublümchen: Jetzt sein Sie doch nicht so grantig! Liebe ist doch romantisch und unerfüllte Liebe umso mehr! Genau das ist es doch, womit Sie sich beschäftigen.

Wilhelm Müller: Ja ok, Sie haben ja Recht!….(lächelt). Diese doch schmerzhafte Erfahrung war auch eine Inspiration für meine kommenden Werke. Diese unerfüllte Liebe hat ihren Niederschlag in den beiden von Franz Schubert vertonten Liederzyklen „Die schöne Müllerin“ und die „Winterreise“ gefunden.

Blaublümchen: Sie sind einer der wenigen Star-Romantiker, die ihr Privatleben von dem Blitzlichtgewitter abschirmen. Würden Sie unseren Leserinnen trotzdem verraten, ob Sie noch zu haben sind?

Wilhelm Müller: (grinst) Ich bin schon lang nicht mehr Single. Den Bund der Ehe bin ich am 21. Mai 1821 eingegangen, indem ich Adelheid Basedow ehelichte. Daraus sind zwei wundervolle Früchte entsprungen: die am 20. April 1822 geborene Auguste und der am 6. Dezember 1823 geborenen Friedrich Max.

Blaublümchen: Womit sind Sie gerade beschäftigt?

Wilhelm Müller: Zurzeit bin ich als Redakteur und Herausgeber tätig, unter anderem für die „Bibliothek deutscher Dichter des siebzehnten Jahrhunderts“. Des Weiteren arbeite ich für verschiedene literarische Zeitschriften, darunter das „Literarische Conversationsblatt“ und „Hermes“.

Blaublümchen: Vielen Dank für das Interview Herr Müller.

Wilhelm Müller: Ach, immer doch. Bleiben sie alle der Romantik treu. Es ist eine der interessantesten Literaturepochen überhaupt (…nein, eigentlich die Interessanteste…..)

 

Anmerkung der Redaktion: Dieses exklusive Online-Interview wurde zum Andenken an den 181. Todestag von Wilhelm Müller in der Bunte vom 1. Oktober 2008 veröffentlicht. Herr Müller verließ die Welt im Alter von nur 33 Jahren aufgrund eines Herzinfarktes. Näheres zur Biographie und Bibliographie von Wilhelm Müller erfahren sie in der kommenden Ausgabe der Bunte. Nichts wie hin zum nächstgelegenen Kiosk!!!!

 

Quellen: Wikipedia, Gutenberg